01.03.2026
Umweltminister Thorsten Glauber vor Ort in Oberasbach

Staatsminister für Umwelt und Verbaucherschutz Thorsten Glauber reiste am 25. Februar vorbildlich mit einem Vollstromer an. Sein Besuch hatte zwei Schwerpunkte: Radschnellweg Nürnberg – Stein – Oberasbach – Zirndorf und das Hotel Bomonti, das sich selbst verpflichtet hat, nachhaltig zu wirtschaften und ökologisch in allen Bereichen zu agieren.

Am Beginn des Teilstücks vom Radschnellweg in Oberasbach trafen sich der Zweite Bürgermeister von Oberasbach Norbert Schikora, der Stadtrat Franz Forman, der Bürgermeisterkandidat Thomas Diebenbusch und die Ortsgruppensprecherin des ADFC Isabella Weber mit dem Minister. Franz Forman erklärte den Verlauf des Radwegs, der im Wesentlichen der alten Bibertbahntrasse am Rand der Bebauung folgt: „In diesem Sinne hat er für den innerstädtischen Radverkehr eine sehr geringe Bedeutung.“ Isabella Weber stellte aber seine große Bedeutung für die Anbindung der Region an die Stadt Nürnberg heraus. Stand 2025 will der Freistaat die Baukosten übernehmen. Offen ist noch die Unterhaltslast. Trotz der vom Freistaat angebotenen Zahlung von 2,6 Mio. Euro will die Stadt Oberasbach nicht die dauerhafte Unterhaltslast schultern. Angesichts der sehr schlechten finanziellen Lage befürchtet Norbert Schikora, dass hohe Kosten für die Instandsetzung an der Kommune hängen bleiben.

Franz Forman regt Gespräche zwischen dem Freistaat und der Stadt an. Die Freien Wähler sehen eine Lösungsmöglichkeit: Vergleichbar wie bei den Straßen sollte der Freistaat Bayern für die Bau- und Unterhaltspflicht der übergeordneten Radschnellwege entlang von Staatsstraßen zuständig sein, wie dies im Land Nordrhein-Westfalen geltendes Recht ist. „Es kann nicht sein, dass die Kommunen immer neue Aufgaben erhalten, ohne dass die Finanzausstattung angepasst wird.“

Bürgermeisterkandidat Thomas Diebenbusch richtete die eindringliche Bitte an den Staatsminister, sich dafür einzusetzen, dass die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen in Bayern dauerhaft verbessert wird. „Nur durch Sparen können wir unser Finanzproblem nicht lösen“, so Diebenbusch, „hier bedarf es bei gestiegenem Aufgabenumfang einer deutlich besseren Ausstattung mit Finanzmitteln durch den Freistaat und den Bund.“

Als der Staatsminister hörte, dass Oberasbach über eine Verdoppelung der Grundsteuer nachdenken muss, zeigte er sofort Verständnis für die Position der Stadt.

Im Hotel Bomonti nahm auch der Fraktionssprecher der Freien Wähler im Kreistag Werner Tiefel an dem Treffen teil. Dort entwickelte sich rasch ein reges Gespräch über den Bau und Betrieb des Hotels zwischen dem Eigentümer Murat Baydemir und dem Staatsminister, der von Beruf Architekt ist. Spannend wurde es beim Thema Energie. Auf dem Dach des Hotels wurde im vergangenen Jahr eine PV-Anlage mit der Leistung 57 kWp verbaut. Aufgrund der Engpässe im Netz der N-ERGIE darf diese Anlage bis auf Weiteres keine Energie ins Netz einspeisen. Der Staatsminister nannte gleich andere Netzbetreiber, die ihr Netzgebiet sehr gut ausgebaut haben und solche Abregelungen nicht kennen. Voraussichtlich wird diese Anlage auch von der neuen Möglichkeit des Energy-Sharings ab 1. Juni 2026 ausgeschlossen sein.