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Mehrgenerationenprojekt
Demographischer Wandel

- Helmut Michel
Listenplatz 6
Miteinander wohnen – ein Leben lang
Konzepte und Visionen von und für die Bürger
Bilder zum Bericht
Die Bevölkerungsentwicklung - auch in Oberasbach - ist eindeutig: Die Anzahl der jungen Menschen wird sinken, die Anzahl der älteren Menschen überproportional steigen. Oberasbach braucht ein Konzept, um ein Leben in Würde und Selbstbestimmung im Alter zu unterstützen und den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden.
Nach dem Haushaltsbeschluss vom November 2006 hat die Stadt im Juni 2007 das Problem erkannt und den „Runden Tisch“ zum Mehrgenerationenprojekt eingerichtet. In ihm sind die Stadt, der Stadtrat, die 4 Pfarreien, der Seniorenrat, der Diakonieverein, das Bayerische Rote Kreuz, aktive Vereine/Gremien und interessierte Bürger aufgerufen, miteinander die Zukunft für Jung und Alt zu gestalten und Lösungen für Oberasbach zu erarbeiten. Beim Treffen am 19. September wurde einstimmig das gemeinsame Vorgehen bekräftigt. Profilierungen von Parteien oder Gruppierungen sind hier nicht gewünscht.
Als erstes Thema wurden neue Wohnformen im Alter besprochen. Neben den klassischen Angeboten, wie Altersheim, müssen folgende erfolgreiche Möglichkeiten diskutiert werden.
Betreutes Wohnen zu Hause
Man bleibt in seiner Wohnung und schließt mit einem Dienstleister einen Betreuungsvertrag ab. Der Vertrag umfasst neben allgemeinen Informations- und Beratungsleistungen regelmäßige Hausbesuche, um Kontakt zu halten und bei Bedarf Hilfen zu organisieren. Diese Wohnform kombiniert die Vorteile einer Betreuten Wohnanlage mit dem Verbleib in der eigenen Wohnung und kann weitgehend die Betreuung durch Angehörige ersetzen, wenn diese nicht helfen können.
Hier werden auch Begriffe wie „Wohnen plus“ oder „Betreutes Wohnen im Bestand“ benutzt. Die landesweite Umsetzung wird vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert.
Betreutes Wohnen
Betreutes Wohnenin barrierefreien Wohnanlagen, auch im Verbund mit stationären Pflegeeinrichtungen oder mit einem umfassenden Angebot (Wohnstift), hat sich in Bayern mittlerweile fest etabliert. Ins Betreute Wohnen zieht man, weil man eine größere Sicherheit haben will und weiterhin selbstständig wohnen möchte.
Beim Betreuten Wohnen werden Wohnangebote und Betreuungsleistungen miteinander verbunden. Die Bewohner schließen einen Miet- und einen Betreuungsvertrag über Grundleistungen ab, für die monatlich eine Betreuungspauschale zu entrichten ist. Diese Grundleistungen umfassen Beratungsleistungen, Veranstaltungen und den Notruf. Weiterhin werden Wahlleistungen wie Mahlzeiten, Reinigungs- und Pflegeleistungen angeboten.
Ambulant betreute Wohngemeinschaften
In solchen Wohngemeinschaften kann als Alternative zum Heim noch viel vom „Wohnen zu Hause“ bewahrt werden, speziell auch für demenzkranke Personen.
Gemeinschaftliche Wohnformen
Auf großes Interesse und gleichzeitig auf große Hindernisse stoßen gemeinschaftliche Wohnformen, die eine Vielzahl unterschiedlicher Formen und Konzeptionen in sich vereinigen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es gelingt, nicht nur einzelne Beispiele, sondern auch eine größere Zahl von Wohnangeboten zu entwickeln. Eine Befragung bayerischer Kommunen im Sommer 2006 belegt dies: Das Betreute Wohnen zu Hause steht an der Spitze des Interesses, danach folgen Wohnberatung und die ambulant betreuten Wohngemeinschaften.
| Baustein | Anzahl kommunaler Interessenten | |
| Betreutes Wohnen zu Hause | 172 | |
| Wohberatung und Wohnanpassung | 126 | |
| Ambulant betreute Wohngemeinschaften | 122 | |
| Selbst organisierte Wohnprojekte | 113 |
Um ein Leben im Alter in der angestammten Wohnung möglich zu machen, muss sie an die Bedürfnisse älterer oder behinderter Menschen angepasst werden.
Wohnberatung und Wohnungsanpassung
Wohnberatung und Wohnungsanpassung sind Angebote, die das Wohnen zu Hause bei Mobilitätsproblemen und anderen körperlichen Einschränkungen wie dem Nachlassen der Sehkraft erleichtern und oft auch erst ermöglichen. Durch Umgestaltung werden Barrieren und Gefahrenquellen beseitigt, um eine selbstständige Lebensführung zu erhalten. Im Zentrum stehen Ausstattungsmängel (Bad, WC, Zentralheizung), die Beseitigung von Barrieren (Schwellen/Stufen) und technische Hilfen (Haltegriffe, Stütz- und Gehhilfen). Für die individuelle Wohnungsanpassung ist häufig eine Wohnberatung erforderlich, um eine geeignete Lösung zu finden und auch umzusetzen. In Bayern gibt es hierfür elf Wohnberatungsstellen.
Link: www.wohnberatung-bayern.de
In der Heimat wohnen - ein Leben lang
Lösungen/Alternativen zu diesem wichtigen Thema wurden im Juli 2007 in Bamberg gemeinsam von Caritasverband, Joseph-Stiftung und der Koordinationsstelle „Wohnen zu Hause“ vorgestellt.
Links:
Weiteres Vorgehen
Aktuell hat Oberasbach nur ein Altersheim. In der Linder Siedlung und an der Erfurter Straße könnten von privaten Trägern Anlagen mit betreutem Wohnen errichtet werden. Gut funktionierende Strukturen von BRK und Diakonie in unserer Gemeinde bilden eine gute Ausgangsbasis für unsere gemeinsamen Planungen. Wir wünschen uns, dass Fachleute ihre Informationen auch in Oberasbach präsentieren können und die Bevölkerung durch eine öffentliche Veranstaltung oder Befragung in den Prozess eingebunden wird.



