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4. November
Oberasbacher Ziegelstein
ein Stein der hilft und schmeckt
Ja, wer kennt sie nicht, die Nürnberger Lebkuchen, Aachener Printen, den Dresdner Christstollen und diverse andere regionale süße Spezialitäten. Dass Oberasbach auf diesem Gebiet leider noch nichts vorzuweisen hatte, haben unserem zweiten Bürgermeister Franz Forman und Christa Bartsch keine Ruhe gelassen. Oberasbach sollte auch eine besondere Spezialität haben, die es in dieser Form eben nur in Oberasbach gibt.
Der Name für das Gebäck war schnell gefunden. Früher war die Ziegelherstellung auf Oberasbacher Gebiet ein wichtiger Erwerbszweig und das Haus manches Oberasbachers steht auf dem Gebiet einer früheren Lehmgrube. Mit dieser Namensgebung wird ein Stück Oberasbacher Geschichte wieder bewusst.
Der nächste Schritt war dann die Überlegung, wie unser Ziegelstein denn beschaffen sein sollte. Mit der Bäckerei und Konditorei Pillipp, die eine Filiale am Oberasbacher Rathaus unterhält, haben wir einen versierten Partner gefunden. Herausgekommen ist eine sehr leckere Kreation aus einem Sacherteig mit Marmeladenfüllung und Mürbteigboden, einer dünnen Marzipanschicht und einem Schokoladenüberzug. Die Krönung bildet ein essbarer gedruckter Aufleger, der das Oberasbacher Stadtwappen und die Aufschrift „Oberasbacher Ziegelstein“ trägt.
Unser Stein besitzt noch einen „inneren Mehrwert“: Mit dem Kauf unterstützen Sie mit einer Spende von einem Euro ein soziales Projekt in Oberasbach, das der Stadtrat auswählen wird. Vereine oder Verbände können Ziegelsteine für den Weiterverkauf beim Kulturamt bestellen. Dieses leitet die Bestellung weiter und die Abholung erfolgt dann eine Woche später bei der Bäckerei Pillipp. Vereine und Verbände erhalten so einen Rabatt, den sie für die Vereinsarbeit einsetzen können.
Der Ziegelstein soll folgendes bewirken:
- Er ist ein „Markstein“ für das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Heimatverbundenheit der Oberasbacher.
- Er soll zu einem „Stein des Anstoßes“ werden und möglichst viele soziale Oberasbacher Projekte fördern.
- Er ist ein „kleiner Baustein“ für die Unterstützung der Vereine.
Wenn er verschenkt wird, trägt er diese Werte nach außen.
Wir wünschen uns, dass Sie, lieber Leser, möglichst viele Ziegelsteine verzehren und verschenken. Wenn Sie wegen der sicherlich enthaltenen Kalorien das schlechte Gewissen plagt, so können Sie die innere Stimme mit dem Hinweis, dass es Ihnen ja nur um die gute Sache geht, bestimmt in Schach halten.
Zur Geschichte der Altenberger Ziegeleien
Der industrielle Aufschwung der Städte Nürnberg und Fürth in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts löste auch einen Aufschwung in der Bauindustrie aus.
Der große Bedarf an Baumaterial, die im Oberasbacher Gebiet vorhandenen Tonvorkommen und die Nähe zu den beiden Städten, führten zur Entstehung von fünf Ziegeleien auf Altenberger Gebiet.
1898 lag ihre Jahresproduktion bei über 16 Mio Backsteinen, die mangels eines Bahnanschlusses auf Pferdefuhrwerken über die Rothenburger Straße zu den Abnehmern gebracht wurden.
Mit dem 1.Weltkrieg kam die Ziegelproduktion fast völlig zum Erliegen, weil schon damals die Tonvorkommen zum großen Teil erschöpft waren und es auch an Kohle zum Beheizen der Brennöfen mangelte. Nach dem Krieg überlebten nur noch zwei Ziegeleien; eine davon stellte 1923, die zweite 1967 den Betrieb ein, weil die Tongruben erschöpft waren. Die meisten Lehmgruben wurden verfüllt und überbaut. Die Ziegeleien, einst Wahrzeichen Altenbergs, sind verschwunden und ihre Gruben in der Landschaft kaum mehr als solche zu erkennen. Nur noch sehr wenige der typischen roten Ziegelgebäude sind in Oberasbach vorhanden.
(Quelle: Heimatverein Oberasbach)


