Seiteninhalt
20. März
Gentechnikfreie Zone Oberasbach

- bgrf: Bündnis gentechnikfreie Region Fürth Stadt und Land
Antrag:
- Bei der Neuverpachtung landwirtschaftlicher Flächen und bei Verlängerung bestehender Pachtverträge sollen PächterInnen vertraglich verpflichtet werden, auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu verzichten.
- Die Landwirte auf dem Gebiet der Stadt Oberasbach sollen für den Verzicht auf den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel und den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen gewonnen werden.
- Die Stadt wird Bündnispartner im „Bündnis gentechnikfreie Region Fürth Stadt und Land“.
Begründung: Mit diesem Antrag greifen die Freien Wähler eine Initiative des BUND Naturschutz auf. Bei kaum einem anderen umweltpolitischen Thema herrscht in Deutschland und Europa soviel Einigkeit wie beim Thema Gentechnik: Vier von fünf Bürgerinnen und Bürgern lehnen den Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ab, 95 Prozent aller KonsumentInnen verlangen eine klare Kennzeichnung von Produkten, bei deren Herstellung Gentechnik mit im Spiel war. Auch die Mehrheit der konventionell wirtschaftenden Landwirte will keine Gentechnik einsetzen. Diese Einstellung ist seit 15 Jahren nahezu konstant geblieben und zieht sich quer durch alle europäischen Länder.
Weder die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit sind hinreichend geklärt noch die ökologischen Risiken der Grünen Gentechnik auch nur annähernd abschätzbar.
Im Zusammenhang mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln werden in erster Linie Gesundheitsrisiken diskutiert, wie das Entstehen von neuartigen Allergien und von weiteren Antibiotikaresistenzen sowie unerwünschte Veränderungen der Lebensmittel. Schließlich werden mit Hilfe der Gentechnik Bestandteile in die Nahrung eingebaut, die der Mensch nie zuvor im Essen hatte. Und die von den neu eingebrachten Erbinformationen produzierten Proteine stehen im Verdacht, Lebensmittelallergien auszulösen. Darüber hinaus enthält eine Vielzahl von Gentech-Pflanzen Antibiotikaresistenzgene, die sich auf Bakterien im menschlichen Darm übertragen können. Dadurch besteht die Gefahr, dass immer mehr in der Humanmedizin genutzte Antibiotika unwirksam werden.
Für den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft gilt: Wir wissen, dass wir fast nichts über langfristige, indirekte und komplexe Wechselwirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen mit der agrarischen und nicht-agrarischen Umwelt wissen. Sofern jedoch Befunde vorliegen, geben diese Anlass zur Besorgnis: So können sich genveränderte Pflanzen in Ökosystemen ausbreiten und die neuen Gene durch Kreuzung auf verwandte Wildarten übertragen. Dadurch ist die Entwicklung von Ackerkräutern zu „Superunkräutern“ vorprogrammiert, die nur noch mit einer Mischung verschiedener Pflanzenschutzmittel bekämpft werden können. Bei insektenresistenten Pflanzen hat sich gezeigt, dass das von der Gentech-Pflanze produzierte Insektengift nicht nur die sogenannten Zielinsekten tötet, sondern auch andere Insekten schädigen kann, die das Gift der Gentech-Pflanze über die Nahrungskette aufgenommen haben.
Hinzu kommt, dass der kommerzielle Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland mittelfristig das Aus für die bei uns bisher noch weitgehend gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion bedeuten würde. Wohin die Reise auch in Europa gehen kann, machen die drei Hauptanbauländer von Gentech-Pflanzen, die USA, Argentinien und Kanada vor: Hier findet schon heute eine flächendeckende gentechnische Kontamination von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft statt. Gentechnikfreie Produkte (Saatgut, Futtermittel, Lebensmittel) werden immer mehr vom Markt gedrängt. Von einer Wahlfreiheit für VerbraucherInnen, sich für Lebensmittel zu entscheiden, die bei der Herstellung nicht mit Gentechnik in Berührung gekommen sind, kann in diesen Ländern kaum noch die Rede sein.
Aus Gründen eines vorbeugenden Verbraucher- und Umweltschutzes ist der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen daher abzulehnen. Die Stadt unterstreicht ihre Haltung in dieser Frage und wird Partner im „Bündnis gentechnikfreie Region Fürth Stadt und Land“.
Stadtrat am 7. April: Antrag angenommen
Antrag
| Gentechnik.pdf - Gentechnikfreie Zone Oberasbach | 144 KB |

